Aus Schülersicht

Kirchberg/Jagst. „Wir alle haben Ziele, aber wo wollen wir hin?“ war die Frage die Davi Kopenawa, einer der diesjährigen Preisträger des alternativen Nobelpreises, an uns alle stellte.

Unser Ziel war der Besuch unterschiedlicher Organisationen, die sich zwischen Kirchberg und Stockholm befinden und sich für Menschenrechte und Umweltschutz einsetzen. Eine Bedingung dabei war à la Greta Thunberg möglichst klimafreundlich zu reisen. Mit dieser Herausforderung begann die Reise von uns, vier Schülern der Schloss-Schule Kirchberg.

Unser erstes Ziel war das 450km entfernte Bielefeld, das wir mit einem Elektroauto erreichten. Dort trafen wir uns mit Rena Tangens, der Mitgründerin der Stiftung Digitalcourage. Zusammen besichtigten wir die Stadt, woraufhin sie uns im Sitz der Institution einen Einblick in ihre Arbeit gab. Das Anliegen der Organisation besteht darin, digitale Bürgerrechte  zu bewahren. Aus diesem Grund reichten sie bereits mehrere Verfassungsbeschwerden erfolgreich beim Bundesverfassungsgericht ein. Dies ist eine beachtliche Leistung, da die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Klage mit 2% sehr gering ist. Uns ist durch das Treffen mit Digitalcourage klargeworden, dass Menschenrechte durch die Generationen vor uns erkämpft wurden und wir sie deswegen schützen und schätzen sollten, da vor allem die Digitalisierung eine Gefahr für einige dieser Rechte darstellt. Unser Weg führte uns als nächstes nach Kopenhagen. Dort haben wir uns mit den Soroptimisten Kopenhagen getroffen.  Dazu waren wir in das Haus von Anne Højbjerre eingeladen. Sie ist die Präsidentin der Soroptimisten in Kopenhagen. Außer ihr waren noch Benedicte Krog-Meyer, die Vize-Präsidentin, und Karen Frendrub, die Schatzmeisterin, bei dem Treffen dabei. Soroptimist International ist ein internationaler Service-Club für berufstätige Frauen mit gesellschaftlichen Engangement. Der Club aus Kopenhagen unterhält momentan sein eigenes Projekt, welches in Kooperation mit „Engineers Without Borders“ durchgeführt wird. Sie versuchen Schulkinder aus Simbabwe mit Tischen und Solarlampen zu versorgen. Die Soroptimisten sind ein Beispiel dafür, dass jeder Mensch anderen Menschen helfen kann.

Der elektrische Hochgeschwindigkeitszug brachte uns am darauffolgenden Tag nach Stockholm. Dort haben wir uns die nächsten drei Tage mit der Right Livelihood Foundation beschäftigt und drei ihrer Veranstaltungen (Seminar im schwedischen Parlament, Gala-Abend und Besuch des Sitzes der Stiftung) teilgenommen. Die Stiftung ist bekannt für den als „alternativer Nobelpreis“ bekannten Right Livelihood Foundation Award, welcher jedes Jahr verliehen wird. Den Grundstein dazu legte Jakob vor Uexküll vor 40 Jahren, als er das Nobelpreiskomitee davon überzeugen wollte, zwei weitere Nobelpreise in zwei neuen Kategorien zu verleihen. Seine Intention war es Leute, die für Menschenrechte und Umweltschutz einstehen, ebenfalls zu ehren. Obwohl er selbst dazu bereit war die beiden Nobelpreise durch den Verkauf seiner Briefmarkensammlung zu finanzieren, wurde sein Vorschlag abgelehnt. Daher gründete er die Right Livelihood Foundation, die dieses Jahr ihr vierzigjähriges Bestehen feiert. Dieses Jahr waren die vier Preisträger Aminatou Haidar (West-Sahara), die für ihren friedlichen und gewaltlosen Protest in der Westsahara geehrt wurde, Greta Thunberg (Schweden), die gezeigt hat, dass jeder Einzelne viel bewegen kann, Davi Kopenawa (Brasilien), der für die Menschenrechte der Ureinwohners des Regenwaldes einsteht und Guo Jianmei (China), eine Anwältin, welche die Frauenrechte in China verteidigt. Sie alle sind Menschen, die viel bewegen und dabei als Vorbild für andere fungieren können. Wir begrüßten es sehr, dass sie für ihre Arbeit geehrt und durch den Preis ausgezeichnet wurden.

Unsere letzte Station auf der Reise war die Bewegungsstiftung aus Verden an der Aller. Dort wurden wir von dem Geschäftsführer Matthias Fiedler empfangen. Von ihm erfuhren wir, dass die Bewegungsstiftung anderen gemeinnützigen Projekten unterstützend und finanziell zur Seite steht. Ein Beispiel eines solchen Projektes ist „Kassel kohlefrei“. Dabei finanziert sich die Stiftung durch jährliche Spenden und 7,2 Millionen Euro Stiftungskapital, welches sie nur ethisch und ökologisch nachhaltig anlegen. Durch die Bewegungsstiftung können somit auch Projekte von kleineren und mittelgroßen Gruppen unterstützt werden.

Zurückschauend war es nicht nur das Ziel, die verschiedenen Organisationen, sondern auch die Menschen in unserer Gesellschaft kennenzulernen, die für eine gerechtere und bessere Welt einsetzen.

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