Anna Gruhn (10a), Sedrick Krauß (10a), David Ohr (10a), Carolin Peil (10a) News

1.Tag (Mo, 20.05, Busfahrt)
Am Montagmorgen des 20. Mai trafen sich die Klassen 10a, 10b und 10+, um gemeinsam eine Klassenfahrt Richtung Polen anzutreten. Kurz nach der Abfahrt, die um 08:00 Uhr stattfand, wurde jeder Schüler kontrolliert, ob er/sie auch den Personalausweis dabei hat. Da das bei zwei Schülern nicht der Fall war, musste nach drei Kilometern Fahrt kehrt gemacht werden. Der Busfahrer der Fa. Röhler blieb allerdings gelassen. Bei der ersten Pause fand der Fahrerwechsel statt, nun war sowohl nach als auch in Polen Ivo unser Fahrer. Wir passierten Tschechien auf der Fahrt. Kaum in Polen angekommen, funktionierte das Mautgerät vom Bus nicht mehr, erneut musste kehrt gemacht werden, diesmal zurück zur tschechisch-polnischen Grenze. Nach einer ziemlich beschwerlichen, zwölf Stunden dauernden Busfahrt wurde dann die 170000 Einwohner umfassende Stadt Bielsko-Biala erreicht. In der Jugendherberge gab es zum Abendessen eine Gulaschsuppe, es folgte noch die Zimmerverteilung.

2. Tag (Di, 21.05, Bielsko-Biala)

Nachdem sich jeder einmal über die Gemeinschaftsbäder und -duschen sowie die ziemlich kurz geratenen Betten der Jugendherberge ausgelassen hatte, gab es eine Stadtführung von der Übersetzerin Fr. Magda Czernar. Den Bahnhof, das Rathaus, die Stadtmitte passierend, war die Partnerschule V. Liceum das Ziel der Tour. Dort fand eine offizielle Begrüßung statt, unter anderem durch Reden vom Schulleiter des V. Liceums und Lehrern beider Schulen. Es folgten Präsentationen der Schüler. Danach sind im Rahmen des 25. Jubiläums des Austausches Präsente an Schüler und Schulen überreicht worden: ein Banner, der fortan im V. Liceum hängt, bedruckte T-Shirts und bedruckte Beutel. Mit einigen polnischen Schülern ging es dann ins Einkaufszentrum „Sfera“, wo wir uns im Bowling duellieren oder gemeinsam einkaufen konnten. Nach dem Abendessen in der Jugendherberge gab es noch eine Präsentation und Ausstellung zum Thema Postkarten. Redner war der frühere Schulleiter des V. Liceums.

3. Tag (Mi, 22.05, Auschwitz)
Den historisch wertvollen Ort Auschwitz (pl: Oswiecim) besuchten wir am Mittwoch. Zur Vorbereitung auf den Besuch in den früheren Arbeits- und Vernichtungslagern fanden am Vormittag in der Jugendbegegnungsstätte Workshops statt, wo Begriffe wie Selektion, Klassifizierung, etc. fielen. Kurzum: es wurde praktisch jeder wichtige Fakt zum früheren Nazi-Areal preisgegeben. Am Nachmittag folgte dann der Besuch des Auschwitz 1 Arbeitslagers. Es wurden Einblicke in die Misshandlung der Inhaftierten gegeben und wir durften auch sehr emotionale Orte wie die Todesmauer oder die Gaskammer sehen. Passend zur traurigen Stimmung setzte starker Regen ein, sodass ein Fortsetzen der Führung undenkbar war. Das wesentlich größere Vernichtungslager Auschwitz 2 – Birkenau konnte im Anschluss von den Schülern freiwillig besichtigt werden.

4. Tag (Do, 23.05, Krakau)
Am Mittwoch war der Ausflug nach Krakau (pl: Krakow) geplant. Zwei Stunden von Bielsko-Biala entfernt, an der Weichsel gelegen, ist Krakau eine der größten Städte Polens. Dort erhielten wir bei strömenden Regen eine Stadtführung, die im Zentrum endete. Im Anschluss daran hatten wir etwas Freizeit zur Verfügung, einzelne polnische Austauschschüler waren ebenfalls anwesend.

5. Tag (Fr, 24.05, Bielsko-Biala)

Am Freitag fanden die traditionellen Sportwettkämpfe der Schüler im V. Liceum statt. Zunächst gab es einige Laufspiele, bei welchen die vier Teams international zusammengesetzt waren. Danach kam es zum deutsch-polnischen Duell im Basketball. Bei den Jungen ging der Sieg nach Kirchberg, bei den Mädchen nach Bielsko-Biala. Im Volleyball gingen beide Sätze (m/w) nach Bielsko-Biala. Freitag war zugleich auch der Tag, an dem das Wochenende bei den Gastfamilien beginnt. Daher gab es noch Freizeit, bevor um 17:00 Uhr alles gepackt sein musste, weil die Gastfamilien vor der Tür standen. Nach dem Abendessen in den Familien gab es dann noch eine Party für alle, die nach dem Sporttag noch Lust dazu hatten.

6./7. Tag (Wochenende 25.05/26.05, Bielsko-Biala und Umland)
Am Wochenende unternahmen wir unterschiedlichste Aktivitäten, sowohl samstags als auch sonntags. Für viele Familien gleich war sicherlich der Besuch des Gottesdienstes, vornehmlich in der römisch-katholischen Kirche. Darüber hinaus schlossen sich Gruppen von bis zu 15 Personen zusammen, die gemeinsam etwas unternahmen. Die einen spielten Golf, besuchten einen Aquapark, fuhren Boot, grillten, besuchten Museen oder schmissen Partys. Die andern gingen Wandern, unternahmen Gipfelfahrten auf Berge, sahen sich ein Fußballspiel (U20-WM) an oder fuhren Fahrrad. Am Sonntagabend kamen wir alle wieder in der Jugendherberge zusammen.

8. Tag (Mo, 27.05, Görlitz/Bautzen)
Eine Woche vergeht wie im Flug. Am Montag hieß es Abfahrt und damit auch Abschied nehmen von Polen. Die meisten der polnischen Gastschüler kamen um 09:00 noch ein letztes Mal an der Jugendherberge vorbei, um sich zu verabschieden. Mit zahlreichen feuchten Augen begann die Heimreise Richtung Deutschland, die allerdings noch drei Zwischenstationen beinhaltete. Nach guten sechs Stunden Fahrt erreichten wir Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands. Dort war erneut eine Stadtführung vorgesehen. Anschließend hatten wir wieder Freizeit, welche man wahlweise in Deutschland oder Polen verbringen konnte. Man musste sich lediglich an einer Grenzbrücke zwischen Osten oder Westen entscheiden. Danach fuhren wir noch eine halbe Stunde, bis Bautzen erreicht war. In der dortigen Jugendherberge gab es ein Abendessen, dann die Zimmerverteilung.

9. Tag (Di, 28.05, Bautzen/Dresden)

Von Bautzen aus war nun die Sachsenmetropole Dresden das Ziel. Doch nach halbstündiger Fahrdauer, wurde am Bus eine Panne festgestellt. Da unser Bus nun den Seitenstreifen auf der Autobahn blockierte, musste neben einem Mechaniker auch die Polizei kommen. Zum Glück behielt Ivo einen kühlen Kopf, sodass mit Hilfe des Mechanikers das Problem behoben werden konnte. Nach der zweistündigen, ungeplanten Pause (die sogar in einer Verkehrsmeldung erwähnt wurde) ging die Fahrt weiter. Dennoch mussten wir in der Dresdner Jugendherberge darauf warten, dass die Zimmer bereit waren. Zu diesem Anlass erhielten wir Freizeit in Dresden. Auch nach dem Abendessen, wobei wir auch die Möglichkeit hatten, gegen 20 Uhr mit den Lehrern ein Bier o. ä. zu genießen, was mancher fälschlicherweise als „Frühschoppen um acht“ bezeichnet hatte.

10.Tag (Mi, 29.05, Dresden/Heimfahrt)
Eingeläutet wurde der letzte Tag unserer Reise mit einem sehr schmackhaften Frühstück. Anschließend erhielten wir auch in Dresden eine Stadtführung, die sowohl aus dem Bus  als auch zu Fuß stattfand. Historische Bauten wie die Frauenkirche, Semperoper oder den Zwinger bekamen einige zum ersten Mal vor Augen – und sicherlich auch vor die Kamera. In Dresden hatten wir noch einmal Freizeit, die um 12:45 Uhr am Bus endete, der schon abfahrtsbereit war. Leider waren nicht alle Koffer an Bord: einer blieb in Dresden. Um 18:45 Uhr kamen wir nach zehn Tagen, elf Stunden und ca. 45 Minuten auf Reisen wieder in Kirchberg an. Per Handschlag verabschiedeten wir uns gegenseitig, blicken auf eine großartige Reise zurück und freuten uns auf vier weitere Tage ohne Schule.

Fazit:
Alles in allem können wir aus Schülersicht behaupten, dass es sich um eine sehr interessante, erlebnis- und abwechslungsreiche Polenfahrt handelte. Sicherlich ist die Erfahrung über die polnische Kultur und die Menschen eine sehr wichtige. Darüber hinaus fühlen wir uns geehrt, Teil des 25. Jubiläums dieses Austausches gewesen zu sein. Dank geht an die begleitenden Lehrer Fr. Dideban-Seyfert, Fr. Scheibel, Hr. Martius und Hr. Müller und natürlich an den Fast-Comedian, den Busfahrer Ivo. Ich denke, die fünf Begleitpersonen hatten in gleichem Maße Freude und Spaß an der Reise und profitieren genau wie wir Schüler von den Erfahrungen. Daher möge der Austausch noch mindestens 25 weitere Jahre bestehen. In diesem Sinne: „Dziekuje bardzo“ an alle Teilnehmenden von deutscher und polnischer Seite.


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