Verschont die Kinder mit allem, was Arbeitslust und -kraft lähmen muss und nur nutzloser Ballast ist. Benutzt als das wirksamste Mittel des Unterrichts: Vertiefung in die Natur des Kindes, Benutzung und Anregung seines Interesses, Erweckung von Lust und Begeisterung für geistige Werte.

Hermann Lietz in „Reform der Schule durch Reformschulen.“ Hrsg. Ralf Koerrenz, IKS GmbH, Jena 2005, S. 83

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts formulierte Hermann Lietz auf diese Weise seinen Anspruch an Unterricht in den von ihm gegründeten Internatsschulen, den sog. Landerziehungsheimen. Und er beließ es nicht beim unterrichtlichen Lernen allein. Es ging ihm um die richtige Lebensweise in seinen Landerziehungsheimen, aber auch um die körperliche Erziehung, um die Erziehung zur Kunst oder die Erziehung zur praktischen Arbeit – insgesamt um einen ganzheitlichen Gegenentwurf zur Schule der damaligen Zeit.

Eine Vielzahl weiterer Gründungen von Internatsschulen unverwechselbarer pädagogischer Prägung schloss sich an, in der Nachfolge oder in bewusster Abgrenzung zu Lietz, aber immer im Rückbezug auf den ursprünglichen reformpädagogischen Impuls.

Die Schloss-Schule Kirchberg steht in dieser reformpädagogischen Tradition und pflegt diese im Austausch mit anderen Internatsschulen gleicher Prägung in Deutschland und in der Schweiz. Vierzehn dieser Schulen, darunter die Schloss-Schule Kirchberg, haben sich im April 2012 zu dem Internatsschulverbund „Die Internate Vereinigung“ zusammengeschlossen, der Nachfolgeorganisation der „Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime (LEH)“.

Die Internate Vereinigung steht für Internatsschulen, die sich zu einem umfassenden Qualitätsmanagement und zu einer kontinuierlichen Professionsentwicklung verpflichten, mit dem Ziel, neben einer fundierten Schulausbildung ihre Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung einer starken Persönlichkeit optimal zu unterstützen. Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ heißt in allen diesen Schulen, dass neben den Unterrichtsinhalten auch die sportlichen, musisch-kreativen oder handwerklichen Begabungen gefördert werden ebenso wie emotionale und soziale Kompetenzen.

Alle vierzehn Mitgliedsschulen arbeiten auf Leitungs-, Mitarbeiter-, und Schülerebene eng zusammen – eine Zusammenarbeit, die für die Entwicklung jeder einzelnen Schule wichtige Impulse liefert.