Unsere Experten an der Schule

Unsere Schloss-Schule Kirchberg hat als reformpädagogische Schule eine lange Geschichte, in deren Verlauf sie sich seit über 100 Jahren – auch unter dem Einfluss gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Veränderungen – pädagogisch entwickelt, wandelt oder gar neu erfindet.

In diesem Wandel als Konstante sind unsere Lehrer im System Schule auf allen Ebenen in Teams eingebunden, um sich durch gemeinsames und gemeinschaftliches Handeln wirkungsvoll einbringen zu können: Klassenteams, Koordinatorenteams, Fachschaftsteams.

Im Expertenkreis sind die Pädagoginnen und Pädagogen im Austausch, die schwerpunktmäßig für pädagogische Entwicklungen an der Schule oder Themen wie Allgemeine Beratung, Suchtprävention, Autismus und Schulangst zuständig sind.

Themengebiete

Symptome, die bei einer Autismus-Spektrum-Störung auftreten können, sind u. a. Schwierigkeiten in der sozialen Kommunikation, in der sozialen Interaktion und dem sozialen Verständnis.

Insbesondere beim Lernen zeigt sich, dass Schüler*innen mit einer Autismus-Spektrum-Störung Informationen anders verarbeiten und Probleme aus einem anderen Blickwinkel betrachten als ihre gleichaltrigen Mitschüler*innen. Ungewöhnliche Verhaltens- und Denkweisen erfordern somit einen entsprechenden Umgang seitens der Lehrkraft, um Komplikationen vorzubeugen.

Der Umgang mit Autisten erfordert viel Verständnis seitens der Mitmenschen; Verständnis kommt von verstehen!

Wir haben uns daher diesem speziellen Thema angenommen, um vor allem betroffenen Kindern und deren Eltern an unserer Schule Unterstützung anbieten zu können. Dafür bilden sich Kolleginnen und Kollegen unserer Schule zu Experten für Autismus fort.

Ziel dieser Initiative ist es, dass sich betroffene Kinder an der Schloss-Schule Kirchberg wohl- und angenommen fühlen und dabei gut lernen können.

Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen arbeiten wir daran, unseren Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen den Begriff Autismus-Spektrum-Störungen näher zu bringen und sie auch dafür zu sensibilisieren, dass ein Schultag eine einzige Reizüberflutung für die Betroffenen sein kann.

Die kleinen Klassen unserer Schule bieten optimale Voraussetzungen, um Reize im Klassenzimmer zu minimieren und Fähigkeiten individuell zu fördern. Gemeinsam lassen sich so im Kollegium die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten, die Ihr Kind gerade braucht.

Constanze Lucht

Unterrichtsleiterin

Dr. Nordica Nettleton

Wenn Schüler*innen Probleme in der Schule haben, ist guter Rat oft teuer. Schüler*innen und Eltern leiden unter der angespannten Situation und die beteiligten Personen sehen häufig keinen Ausweg aus ihren Schwierigkeiten.

„In jeder Schwierigkeit lebt die Möglichkeit!“, wusste schon Albert Einstein. Auf dieses Fundament setzt die schulische Beratung durch Andrea Scheibel auf. Schülerinnen und Schüler aus allen Klassenstufen können darauf zurückgreifen, sowie deren Eltern.

Die schulische Beratung kann bei vielerlei Problemen in Anspruch genommen werden. Hierzu zählen beispielsweise Lern- und Leistungsprobleme, Konflikte in der Schule, oder auch Probleme im persönlichen Umfeld oder bei allgemeiner Überforderung.

Sollten derartige Probleme auftreten, steht dieses Angebot jederzeit zur Verfügung. Sämtliche Informationen werden vertraulich behandelt. Die Beratungslehrerin unterliegt der Schweigepflicht! Diese Unterstützung ist kostenfrei und es wird niemand genötigt, die Beratungslehrerin aufzusuchen.

Diese Hilfestellung soll vor allem euch Schüler*innen das Gefühl geben, eine außerfamiliäre Bezugsperson zu haben, die in schwierigen Situationen helfen kann. Ihr sollt euch wohlfühlen und an dieser Schule euren Weg gehen. Wer klar denken kann, kann auch leichter lernen und hat viel mehr Spaß an der Sache.

Ablauf des Beratungsprozesses an der Schloss-Schule

Wer ein Problem bemerkt und dieses lösen will, kann mit Andrea Scheibel persönlich, per Telefon oder E-Mail Kontakt aufnehmen und es wird ein Termin vereinbart.

Beim ersten Treffen wird das Problem erläutert und gemeinsam werden die nächsten Schritte überlegt und geplant. Wenn die Problematik es erfordert, werden, mit Einverständnis des Ratsuchenden, weitere Beteiligte hinzugezogen. So ist garantiert, dass das Problem umfassend angegangen wird!

Ich heiße Carina Rudolph und unterrichte die Fächer Englisch, Geographie und Gemeinschaftskunde an der Schloss-Schule Kirchberg. Zudem bin ich Expertin für Schulangst.

Schulangst ist nicht einfach Angst vor der Schule, sondern hat zwei mögliche Wurzeln. Man teilt sie auf in die Leistungsangst und die soziale Angst.

Bei einer ausgeprägten Leistungsangst hat die Schülerin oder der Schüler Angst, den Leistungsanforderungen nicht zu genügen und steht unter hohem Stress. Die soziale Angst ist die Angst vor der sozialen Interaktion, die mit der Schule einhergeht.

Solche Ängste haben einen enormen Einfluss auf die psychische Verfassung, sie können auch psychosomatische Folgen haben. Zum Beispiel: Ihr Kind hat oft Bauch- oder Kopfschmerzen vor einer Klausur, vor der Schule im Allgemeinen: Sie melden Ihr Kind wiederholt krank. Das bemerken wir Lehrer*innen und Erzieher*innen natürlich. Die Ursachen sind nicht immer eindeutig, es greifen viele Faktoren und Gründe ineinander.

Oft führt Schulangst zu Schulabsentismus, was die Angst aber nicht verschwinden lässt. Es ist wichtig, die Symptome frühzeitig zu erkennen und mit den Schüler*innen, deren Eltern und Lehrer*innen in Kontakt zu treten. Nur so kann individuell auf das Problem eingegangen und der Schulangst ursachenorientiert auf den Grund gegangen werden. Ich möchte für jeden Schüler und jede Schülerin die bestmögliche Lösung finden. Bei einer ausgeprägten Angststörung ist es in manchen Fällen sinnvoll, außerschulische Hilfsinstitutionen mit einzubeziehen.

An der Schloss-Schule Kirchberg haben wir das große Glück, einen sehr aufmerksamen Kontakt zu unseren Schülern und Schülerinnen pflegen zu können. Durch unsere kleinen Klassen haben wir immer den bestmöglichen Überblick und können die Kinder und Jugendlichen individuell wahrnehmen.

Durch eine Fortbildung an der Universität Mainz habe ich mich auf diese Herausforderung vorbereitet. Das gesamte Expertenteam steht im regen Austausch. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen und Kolleginnen sowie mit unserem Schulleiter hilft mir auf die individuellen Probleme der Schüler*innen einzugehen und präventive Maßnahmen zu ergreifen.

Meine Intention als Expertin für Schulangst ist es, dass betroffene Kinder und Jugendliche wieder angstfrei die Schule besuchen können. Schulangst betrifft das schulische Umfeld und muss auch in diesem abgebaut werden. Mit Kontakt, Kooperation, Konfrontation und Koordination kann jedem Schüler und jeder Schülerin geholfen werden, den Weg zurück in den Schulalltag zu finden.

Mein Name ist Lydia Kurz und ich unterrichte die Fächer Biologie/BNT, Mathematik und Geographie. Darüber hinaus bin ich Expertin für Suchtprävention an der Schloss-Schule Kirchberg. Sucht und ihre Prävention sind Themen, die auch im schulischen Umfeld, meist längere Zeit unentdeckt, auftreten können.

Die Schule ist ein wichtiger sozialer Hotspot Ihrer Kinder. Hier kommen sie in Kontakt mit Gleichaltrigen und verbringen auch sehr viel Zeit. Dabei verschwimmen oft die Grenzen zwischen Schul- und Privatleben, wobei die Schule und alle daran beteiligten Personen eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Kinder spielen.

Um Sucht zu verstehen, möchte ich verdeutlichen, wie vielseitig eine Sucht sein kann. Wir bewegen uns nicht nur im Feld der legalen Drogen wie Nikotin und Alkohol oder der illegalen Drogen, was in allererster Linie mit Sucht assoziiert wird. Aber Sucht in der Pubertät und Schule hat sehr vielseitige Profile und betrifft oft ganze Gruppen. Die Eine fängt vielleicht an zu rauchen, die Andere entdeckt ein Computerspiel für sich, die Dritte findet sich nicht dünn genug und wetteifert mit anderen darum, wer am wenigsten essen kann. Wenn dies erst einmal im Freundeskreis passiert, kann es schnell aus dem Ruder laufen und ernsthaften Schaden verursachen. Verschiedene Suchtarten lassen sich beliebig aufzählen, aber es sind immer dieselben Konsequenzen und meist ein Teufelskreis für die Süchtigen.

Genau aus diesem Grund möchte ich den Schülerinnen und Schülern an der Schloss-Schule vorbeugend helfen. Ich stehe im Kontakt mit weiteren Experten im Landkreis und im Kontakt mit unserer Beratungslehrerin Andrea Scheibel, die ebenfalls Lehrerin an der Schloss-Schule Kirchberg ist. Gemeinsam versuchen wir alle Formen der Sucht an unserem Gymnasium zu erkennen und bieten uns als Ansprechpartnerinnen für die Schülerinnen und Schüler an.

Auch in meinem Unterricht lasse ich das Thema einfließen, um über die psychologischen und physiologischen Vorgänge zu informieren. Selbstverständlich stehe ich all‘ meinen Kolleg*innen diesbezüglich unterstützend zur Seite. Sucht sollte in erster Linie nicht nur mit harten Sanktionen begegnet, sondern als Krankheitsbild wahrgenommen werden, was pädagogisches Einfühlungsvermögen und Vertrauen erfordert.

Schüler*innen der Schloss-Schule Kirchberg, aber auch deren Eltern, können sich an mich wenden, wenn Hilfe oder Rat benötigt wird. Dafür habe ich eine feste Sprechstunde eingerichtet. Ansonsten kann man sich jederzeit per E-Mail an mich wenden oder mich natürlich direkt und persönlich ansprechen.

Ich hoffe, mit Ihnen gemeinsam, den betroffenen Schüler*innen helfen und den Teufelskreis beenden zu können.

Die Mitglieder des pädagogischen Kreises widmen sich übergeordneten pädagogischen Fragestellungen, die das schulische Leben maßgeblich prägen, etwa die Bedeutung von Respekt und Wertschätzung im Schulalltag. Neben weiteren engagierten Kolleg*innen leiten sie Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen der Schulentwicklung, z.B. die Entwicklung eines modernen reformpädagogischen Konzepts, das Erstellen eines Medien-, eines Graduierungskonzepts, das der individuellen Situation und dem Entwicklungsstand des einzelnen Schülers/der einzelnen Schülerin Rechnung trägt.

Die Schloss-Schule ist seit ihrer Gründung eine Internatsschule, die sich mit anderen renommierten Internaten in `Die Internate Vereinigung´ (DIV) vernetzt hat. Im regelmäßigen Austausch sucht man derzeit Lösungen für die Herausforderungen des Fernunterrichts im Zusammenhang mit der Digitalisierung des Unterrichts. Einen Grundsatz unserer pädagogischen Arbeit stellt die Erziehung der Schülerinnen und Schüler im Sinne der demokratischen Werte Freiheit, Mündigkeit und Verantwortung dar. Die Möglichkeit zunehmend mündig und sozial verantwortlich zu handeln, eröffnet sich den Schüler*innen in der Teilnahme an den ELISA-Treffen (Eltern-Lehrer-Internatsmitarbeiter-Schüler-Arbeitsgruppe). Sie beschäftigt sich mit Fragen der Schulentwicklung, die von allen am Schulleben Beteiligten eingebracht und im besten Wortsinne basisdemokratisch verhandelt werden.

Dazu ist Schule schließlich erfunden worden: Ein Ort zu sein, an dem wir gemeinsam leben, lernen, arbeiten. So das Motto unserer Schloss-Schule.