Warum Bewegung so wichtig für Gehirn und (schulische) Leistung ist

Sportunterricht in der Turnhalle

 

Vormittags Schule, teils Nachmittagsunterricht und dann noch Hausaufgaben, Lernen für Prüfungen und den nächsten Schultag – zu Hause oder in der Ganztagsschule. Die meiste Zeit verbringen unsere Kinder heute am Schreibtisch. Studien kommen auf teils 40 Stunden pro Woche, an welchen Kinder und Jugendliche in oder für die Schule lernen – meist sitzend. Und das, obwohl durch zahlreiche Experten hinreichend belegt und bekannt ist, dass die kognitive Leistungsfähigkeit vor allem durch eines gesteigert werden kann: Durch Bewegung und Sport!

Das Problem: Oft bleibt den Schülern keine Zeit mehr, um Sport zu treiben. Gerade durch G8 in vielen Bundesländern und den Ausbau der Ganztagsschulen, so wurde im letzten Kinder- und Jugendsportbericht bemängelt, sei ausreichend Bewegung im Alltag nicht mehr gewährleistet. Auch ehrgeizige Eltern, die angesichts der heutigen Leistungsgesellschaft eher auf schulische Förderung denn auf Ausgleich durch körperliche Aktivität setzen, verstärkten den Bewegungsmangel unserer Schüler. Die Folgen: Körperliche Haltungs- oder Motorikschäden, immer mehr unausgeglichene und übergewichtige Kinder.

Eine umso tragendere Rolle kommt dem (verpflichtenden) Schulsport sowie Bewegungsangeboten an Schulen und Ganztagsschulen zu. Im Sportunterricht können Schüler sich austoben, mal abschalten – und nebenbei an der Sozialisation im gemeinsamen Spiel und Sport arbeiten. Vor allem aber unterstützt körperliche Aktivität das schulische Leistungsvermögen. Die Schüler können wieder frischer, konzentrierter an andere Arbeiten gehen. „Es wäre fatal, wenn wir in unserem Schulsystem am Sportunterricht und damit an noch weniger Bewegungsangebot rütteln würden“, betont Sportlehrer Martin Probst-Kaiser aus gutem Grund:

Die belegte Steigerung der kognitiven Funktionen durch Sport und Bewegung ist darauf zurückzuführen, dass eine Anregung des Herz-Kreislauf-Systems auch zu einer verbesserten Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff führt. Mehr noch: Forscher konnten sogar einen positiven Effekt von Bewegung auf die Hirnentwicklung nachweisen. Neben einem Mehr an Hirnsubstanz würde bei regelmäßig Sporttreibenden die Bildung von Synapsen und die Festigung der Verbindungen im Gehirn begünstigt. Eine Sportförderung von jungen Menschen kann also letzten Endes auch Intelligenz-Förderung bedeuten.

Sportstunden alleine sind ungenügend

Bewegung an der frischen Luft

„Dass ein paar Stunden Sportunterricht alleine natürlich noch nicht ausreichen, um Schülern genügend Bewegung zu verschaffen, ist klar“, sagt Sportlehrer Martin Probst-Kaiser. Es müsse eher darum gehen, sowohl an Schulen als auch im Elternhaus Kinder zu regelmäßiger Bewegung zu motivieren. Im Kleinen können dies Pausen an der frischen Luft, Motorik- oder Bewegungspausen im Unterricht oder während der Hausaufgaben sein. Beispielsweise kurze Koordinationsübungen oder das Lernen in Bewegung, wie Stationenlernen. Selbst diese moderaten Bewegungen bringen erwiesenermaßen bereits eine Leistungssteigerung mit sich. Ziel sollte aber ein größeres Ganzes sein: Sport und Bewegung in den Tagesrhythmus einbauen: Kinder mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule schicken, nachmittags spätestens nach 2 Stunden Lernzeit eine sportliche Pause oder schnelle Spaziergänge einplanen. Energieschübe für das Gehirn, die übrigens auch helfen, bereits Gelerntes besser abzurufen.

Talentierte Reitsportlerinnen werden professionell gefördert.

„Unser Fokus ist vor allem darauf ausgerichtet, Schule und Sport zu vereinen, sodass die Kinder beides optimal zusammenbringen“, erklärt Martin Probst-Kaiser. Seit Jahren schon sind umfassende Freizeitaktivitäten – im Einklang mit den Hausaufgaben- bzw. Arbeitsstunden – an der Schloss-Schule Programm. Klettern, Fußball, Judo, Reiten – zwei der rund 30 Sport- bzw. Freizeit-Angebote zu belegen ist für Internatsschüler Pflicht. Eine Pflicht, die nach Angabe des Schulleiters aber gerne angenommen wird – „viele Schüler belegen sogar mehr als zwei Angebote oder AGs gleichzeitig.“ Und mehr noch: Die Talente besonders Sportlicher können in den Bereichen Reiten und Basketball an der Schloss-Schule professionell gefördert werden. Im Leistungssport kooperiert die Schule mit der Basketball-Nachwuchsschmiede der Crailsheim Merlins und das Können talentierter Reitsportlerinnen wird durch die aktive Turnierreiterin und Internatsleiterin Melanie Wies auf hohem Niveau ausgebaut. Eine sportliche Nachwuchsförderung, die vom Internat Schloss-Schule in der Form ermöglicht wird, dass Trainings- und Sporttermine mit Stundenplänen und Lernzeiten individuell kombiniert werden. „Denn ein gesunder Geist wohnt bekanntlich in einem gesunden Körper – und der braucht neben gesunder Ernährung eben auch viel Bewegung“, fasst Martin Probst-Kaiser zusammen.

Möchten Sie weitere nützliche Eltern-Tipps zu den Themen "Schule" und "Lernen"? Abonnieren Sie einfach unseren Newsletter.