„Hat sowieso keinen Wert“ – dieses Gefühl von Ohnmacht prägt auch das Lebensgefühl mancher Jugendlicher. Sie fühlen sich ausgeliefert gegenüber den Bedingungen der Erwachsenen, den Anforderungen der Schule, den möglichen Erwartungen der Zukunft. Wo können sie eingreifen, wo sich einbringen?

In den wöchentlichen Sitzungen an unserem Internat können die Jugendlichen Regeln des Internatslebens mitbestimmen, können Strukturen ändern, müssen aber auch lernen, hinterher dafür einzustehen, müssen die Beschlüsse verteidigen und zu ihrer Meinung stehen.

Im Disziplinarausschuss, in dem schwerwiegende Regelverstöße besprochen werden, lernen Kinder zuzuhören und Konsequenzen für ihr Verhalten zu tragen. Da im Ausschuss selbst auch immer Schülervertreter sitzen, sind Schüler zudem gefordert, das Verhalten von anderen abzuwägen und sich selbst angemessene Konsequenzen zu überlegen.

Als Paten begleiten ältere Jugendliche unsere Kleinen schon morgens beim Aufstehen, unterstützen sie bei Hausaufgaben, trösten vielleicht bei Heimweh und merken, dass es auf sie ankommt! Und diese Erfahrung von sozialer Wirksamkeit nehmen sie mit hinaus in ihr Leben.