Unser Internat stellt für die Schülerinnen und Schüler einen Raum dar, in dem sie sich als Personen individuell entwickeln können und gleichzeitig lernen, in einer Gemeinschaft zu leben. Grundlage dafür sind die Rahmenbedingungen an der Schloss-Schule:

Maximal 100 Schüler am Internat leben mit 10 Erziehern in vier Häusern zusammen. Ein Erzieher, bei uns Mentor genannt, ist also Bezugsperson für eine Gruppe von ungefähr 10 Schülern.

Die Möglichkeit, Beziehungen aufzubauen, ist durch den Besuch von 250 externen Schülern erweitert, das heißt, unser Internat-Gymnasium stellt keine abgeschlossene Einheit dar. Der Tag ist strukturiert und bietet trotzdem Zeitfenster zur individuellen Gestaltung.

Schule ist wichtig, deshalb gibt es jeden Tag betreute Arbeitsstunden. Alle Schüler müssen aber auch zwei Arbeitsgemeinschaften besuchen, von denen eine sportlicher Art sein soll.

Heimfahrwochenenden alle 14 Tage gewährleisten einen sicheren Kontakt zur Familie, es ist sogar möglich, jedes Wochenende nach Hause zu fahren.

Lehrer und Erzieher stehen in regelmäßigem Austausch mit den Eltern – Internat, Schule und Elternhaus bilden eine Erziehungspartnerschaft!

Auf dieser strukturierten und ritualisierten Grundlage leben wir unsere pädagogische Kultur, eine Kultur der Beziehung, deren Bedeutung für erfolgreiches Lernen von der modernen Gehirnforschung bestätigt worden ist.

Damit Beziehung gelingt, begegnen wir uns an der Schloss-Schule mit Wertschätzung, mit gegenseitigem Respekt und Achtung. Sie spüren den wertschätzenden Umgang in einem freundlichen Blick, in der Bereitschaft zuzuhören, im Vertrauen, das wir einander entgegen bringen.

Echtes Vertrauen, das wir in Ihre Kinder setzen, heißt für uns auch, dass wir ihnen etwas zumuten. Wir muten ihnen zu, Anstrengungen auf sich zu nehmen und Verantwortung für sich zu übernehmen. Verantwortung übernehmen in „Kleinigkeiten“ wie Zimmer in Ordnung halten und Hausaufgaben machen, auch Verantwortung dafür, einen Fehler einzugestehen.

In einer Gemeinschaft kommt es aber auch darauf an, Verantwortung für andere zu übernehmen, sei es in einer Patenschaft für Jüngere oder als Gruppensprecher und Mitglied des Internatsrates.  Gerade diese Gremienarbeit stellt ein gutes Übungsfeld für die Jugendlichen dar, in dem sie nicht nur Verantwortung übernehmen, sondern in dem sie lernen, dass Beziehungen auch einmal eine Zerreißprobe aushalten müssen, in dem Konflikte auf wertschätzende Art und Weise gelöst werden und in dem Beziehungskultur gelebt wird.

Wenn Jugendliche solcherart Verantwortung für sich und andere übernehmen, wenn sie erleben, dass nach Mühe und Anstrengung ein gutes Ergebnis steht und wenn sie daraus echte Anerkennung erfahren, dann haben sie eine Beziehungskultur gelernt, die Grundlage für weiteres motiviertes Arbeiten und Leben sein wird.